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Jedes 16. Kind (6% aller Kinder) ist zum Zeitpunkt der Einschulung schwachsichtig.

Die häufigsten Ursachen für die Schwachsichtigkeit (Amblyopie) sind Schielen (Strabismus), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), ungleiche Fehlsichtigkeit (Anisometropie) und im Kindesalter selten Kurzsichtigkeit (Myopie).



Meist sind die Störungen „nur“ einseitig. Aber gerade diese Einseitigkeit birgt bei höherer Schwachsichtigkeit die Gefahr, dass das schlechter sehende Auge von der Verarbeitung des Seheindrucks ausgeschlossen wird. Wird ein Auge länger „ausgeschaltet“, folgt eine funktionelle Erblindung dieses Auges, die nicht umkehrbar ist. Räumliches Sehen ist nur mit zwei funktionstüchtigen Augen möglich.

Die Kinder bemerken diese Schwachsichtigkeit nicht, sie haben die Welt nie mit anderen Augen gesehen. Auch Ihnen fallen z.B. kleine, aber dennoch relevante, Schielwinkel nicht auf.

In dieser Praxis werden sowohl nichtapparative, mitarbeitsabhängige (u.a. Sehschärfentests, Farbsehtest, Stereo-Sehtest) als auch apparative, mitarbeitsunabhängige Sehtests durchgeführt.

Die von der gesetzlichen Krankenkasse vorgesehenen, und selbstverständlich immer durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen ohne technische Hilfsmittel können leider nur in wenigen Fällen diese Schwachsichtigkeit (Amblyopie) frühzeitig aufdecken. 90 – 95 % der behandlungsbedürftigen Kinder werden daher nicht oder zu spät entdeckt.

Gerade jedoch das Säuglings- und frühe Kleinkindalter ist die empfindlichste Phase der Sehentwicklung. Ohne eine Behandlung nimmt eine Schwachsichtigkeit in früher Kindheit zu – je jünger das Kind, desto schneller schreitet die Sehminderung fort.

Mittels hier durchführbarer apparativer Augenmessung können 95 % aller Kinder mit einer Sehstörung erkannt werden. Sinnvollerweise wird die erste Messung mit 6 - 9 Monaten durchgeführt und sollte mindestens jährlich wiederholt werden, bis Ihr Kind aussagekräftige, nicht-apparative Tests mitmacht (meist ab 3-4 Jahre). Auch danach kann eine Messung bei Unklarheiten wichtige Zusatzinformationen geben.

Die Messung erfolgt aus einer Ihrem Kind angenehmen Entfernung (1 m) in weniger als 1 Sekunde, Ihr Kind sitzt dabei auf Ihrem Schoss.

Die Berufsverbände der Kinderärzte und Augenärzte bemühen sich leider vergebens seit Jahren um eine Kostenübernahme einer apparativen Augenvorsorge durch die gesetzlichen Krankenkassen. Die Durchführung muss daher bei Wunsch privat nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Nr. A1259 abgerechnet werden. Sollte bei der Vorsorge ein auffälliges Ergebnis festgestellt werden, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die weiteren Untersuchungen und Behandlungen beim Augenarzt.

Quellen

Quellenübersicht (pdf)

Seite zuletzt aktualisiert am 28.01.2012


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