Zu den wichtigsten aktuell verfügbaren Werkzeugen bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus (COVID-19, SARS-CoV-2) gehören Tests. Der Standard-PCR-Test ist durch begrenzte Laborkapazitäten und teilweise langer Bearbeitungszeit nicht uneingeschränkt verfügbar und gibt keine schnellen Antworten.

Seit Oktober gibt es Antigen-Schnelltests, bei denen spezifische Eiweißfragmente des Virus nachgewiesen werden können. Ein Ergebnis liegt in 15 Minuten vor. Die Sensitivität (wieviel Prozent der Erkrankten werden erkannt) liegt je nach Test bei 91-97%. Die Spezifität (wieviel Prozent der positiv Getesteten sind auch in der PCR positiv) liegt über 99%.

In der Deutschen Nationalen Teststrategie gehört der Antigen-Schnelltest zu dem empfohlenen oder zumindest zu einem möglichen Test-Typ. Im Gegensatz zu anderen Ländern haben sich die in Deutschland zuständigen Behörden bislang nicht zum breiten Einsatz dieser Testmethode entschlossen. Dennoch kann dieser Test zumindest dem Einzelnen und seinen Kontaktpersonen nutzen.

Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht völlig aus. Möglich für ein negatives Ergebnis trotz Infektion ist eine niedrige Virusmenge zu Beginn oder im Anschluss einer Erkrankung. Dennoch ist zu 91-97% (je nach Sensitivität des Tests) durch diese niedrige Viruslast eine Ansteckungsfähigkeit zum Testzeitpunkt extrem unwahrscheinlich.

Aktuell denkbarer Einsatz:

  • Testung der sehr wahrscheinlichen Nichtansteckungsfähigkeit vor Besuch von Risikopersonen, wie z.B. der Großeltern oder chronisch kranken Menschen. Kontaktpersonen der Kategorie I (siehe unten) müssen dennoch in Quarantäne bleiben.
  • Unklarer Infekt, der nicht an sich verdächtig ist für eine COVID-19-Erkrankung. Verdächtige Symptome nach den Kriterien des RKIs müssen zumindest zusätzlich per PCR im Labor getestet werden.

Sie können diesen Test bei uns in der Praxis durchführen lassen. Für die Gewinnung des notwendigen Sekrets wird ein Abstrichstäbchen durch die Nase bis in den Rachen geschoben.

Bislang übernehmen gesetzliche Krankenkassen diesen Test nicht, er wird mit EUR 15,- in Rechnung gestellt. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel.

Sollten Sie einen solchen Test wünschen, vereinbaren Sie bitte rechtzeitig einen Termin, wir bevorraten die Tests nicht in großen Mengen. 

Kurz zusammengefasst der mögliche Ansteckungsverlauf mit COVID-19:

  • Die Zeit von Ansteckung zur Erkrankung (Inkubationszeit) ist im Mittel 5-6 Tage, nach 10-14 Tage sind 95% erkrankt.
  • Am ansteckendsten ist ein Erkrankter um den Symptombeginn herum, das Gesundheitsamt geht zur Zeit von 48 Stunden vor Symptombeginn aus.
  • Ohne schwere Symptomen ist ein Erkrankter kaum länger als 10 Tage ansteckend.
  • Die Zeit zwischen Beginn der Erkrankung eines ansteckenden Falles bis zum Erkrankungsbeginn eines von diesem angesteckten Falles beträgt im Schnitt 4 Tage (serielles Intervall).
  • Kontaktpersonen der Kategorie I, die sich ab dem letzten Tag des Kontaktes zum Erkrankten 14 Tage in Quarantäne begeben müssen: Mindestens 15-minütiger Gesichtskontakt („face-to-face“) mit einem Erkrankten, z.B. im Rahmen eines Gesprächs. Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu Sekreten der Atemwege.

Corona-Virus Informationen vom RKI www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV_node.html

Aktuelle Testkriterien Herbst/Winter www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Teststrategie/Testkriterien_Herbst_Winter.html

Nationale Teststrategie www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Teststrategie/Nat-Teststrat.html

Antigentests bewertet durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Antigentests/_node.html